
Chirurgisch oder notfallmedizinisch tätige Ärzte der Bundeswehr werden im Krisenfall mit Stich- und Schussverletzungen konfrontiert, die in der Ausbildung in Deutschland kaum vorkommen und deren Behandlung aus diesem Grund schwer erlernt werden kann.
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Die Bundeswehr kooperiert deshalb seit 2004 mit dem Chris Hani Baragwanath Hospital in Südafrika, wo Ärzte der Bundeswehr ihre südafrikanischen Kollegen unterstützen und dabei wertvolle Erfahrungen im Umgang mit den dort häufig auftretenden Stich- und Schussverletzungen sammeln.
Das Lernprogramm „Stich- und Schussverletzungen“ des Sanitätsamts der Bundeswehr in München wurde unter der fachlichen Leitung von OFA Dr. Dietrich Doll mit dem Ziel entwickelt, die u. a. in Südafrika gesammelten Erfahrungen einem weiten Benutzerkreis zugänglich zu machen - für die Ausbildung, für das medizinische Selbststudium und für die Vorbereitung auf Auslandseinsätze.
Kernstück des Lernprogramms ist ein Fragentool mit über 1000 Frage-Antwort-Paaren zu realen Behandlungsfällen und ergänzenden Fragen des Notfallmanagements in Krisensituationen. Die Falldatenbank wird durch ein einführendes 60-minütiges Szenario und ein gedrucktes Notfallraum-Handbuch ergänzt.
Über einen Fragen-Konfigurator kann der Nutzer des Programms Fälle zu verschiedenen Themen oder Organverletzungen auswählen. Die Frage-Antwort-Paare sind mit Fotos und Videos bebildert, die reale Behandlungssituationen bei Stich- und Schussverletzungen und Situationen des militärmedizinischen Alltags bei Auslandseinsätzen darstellen. Hat der Anwender eine Antwort nicht gewusst, kann die Frage markiert und bei späteren Sitzungen erneut in die Auswahl aufgenommen werden.
Das Lernprogramm ist 2008 in der ersten Auflage erschienen. Für 2009 sind eine Erweiterung der Datenbank und eine internationale Fassung des Programms geplant.